EPIPHANIASMUSIK

Tickets für das Kantoreikonzert Marienvesper gibt es bei Musikalien Petroll (Oeder Weg 43) oder bei FrankfurtTicket. Den Einführungstext zur Marienvesper finden Sie hier.

Jungfrauengeburt und Sexualität, Neue Kunst und Alte Musik, strenger Kanon und grenzenlose Freiheit: Claudio Monteverdis Marienvesper bietet die ganze Bandbreite der italienischen Musik um 1600 mit packenden Rhythmen, polyphonem Geflecht und expressivem, virtuosem Sologesang. Dieses anspruchsvolle Werk singen und spielen die Epiphaniaskantorei und Capella Epiphania in historischer Stimmung unter der Leitung von Kantor Maximilian Bauer am 19. April um 18 Uhr. Dazu ist eine passende Kunstausstellung zu sehen.

Eines der frühesten Oratorien überhaupt und vermutlich das älteste, das regelmäßig aufgeführt wird, ist Claudio Monteverdis Vespro della Beata Vergine, zu deutsch Marienvesper. Neben Psalmen umfassen die vertonten Texte sowohl solche der Marienverehrung, die immer wieder die jungfräuliche Reinheit Marias hervorheben, als auch Ausschnitte aus dem Hohelied, der mitunter sehr expliziten erotischen Dichtung im Alten Testament. Diesem Kontrast tragen wir dadurch Rechnung, dass pünktlich zur Marienvesper die diesjährige Kunstausstellung einige Hasen zeigt – und folgen hierin keinem Geringeren als Tizian, der um 1530 mit seinem Gemälde „Madonna mit Kaninchen“ diese Verbindung schon vorweggenommen hat.

Doch zurück zur Musik – vermutlich als eine Art „Bewerbungsmappe“ Monteverdis entstanden, mit der er sich wohl um ein Kirchenamt in Rom bewerben wollte, ist diese weniger eine vollständig auskomponierte Liturgie als eher die Demonstration seines außergewöhnlichen kompositorischen Könnens. In der Tat fährt die Marienvesper alles auf, was die italienische Kunstmusik um 1600, am Übergang von Renaissance- zu Barockmusik zu bieten hat:

Frei von funktionsharmonischen Regeln, die die nächsten Jahrhunderte der Musikgeschichte bestimmen sollten, verwendet Monteverdi farbenreiche Akkordverbindungen, die durch die mitteltönige Stimmung besonders gut zur Geltung kommen. Insbesondere in den Psalmvertonungen ist außerdem der Einfluss der Tanzmusik immer präsent. Hierin liegt eine echte Herausforderung für den Chor: Der Gesamtklang entsteht häufig durch Abwechslung und Überlagerung verschiedener Rhythmen oder „Grooves“ in den einzelnen Stimmen, ein Phänomen, das sich heute beispielsweise auch in Salsa-Musik beobachten lässt.

Natürlich zeigt Monteverdi auch seine Kunstfertigkeit im Kontrapunkt, der sogenannten „prima prattica“. Auf immer neue Weise erfindet er raffinierte Begleitstimmen zu den ursprünglich recht schlichten Psalmtönen, die einander häufig im Kanon imitieren. Auch die aus Venedig stammende Technik der Mehrchörigkeit, bei der Teile des Chores einander antworten und abwechseln, kommt zu Einsatz.

Im Kontrast zu diesem komplexen Geflecht stehen die Sätze und Abschnitte mit völlig freiem Sologesang, der nur von einem Generalbassinstrument begleitet wird („seconda prattica“). Hiermit führt Monteverdi eine Neuerung aus dem Bereich der Oper in der Kirchenmusik ein: Auf der Suche nach einer Wiedergeburt der antiken Tragödie wurde um 1600 in Italien die Solostimme vom Kontrapunkt befreit, um Virtuosität und freien Ausdruck zu ermöglichen. An dieser Stelle freuen wir uns auf die Qualitäten von Theresa Klose, Simone Schwark, Christian Rathgeber, Fabian Kelly, Johannes Hill und Felix Rathgeber.

Tickets gibt es bei Musikalien Petroll (Oeder Weg 43) oder bei FrankfurtTicket.


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MUSIK IM GOTTESDIENST
Regelmäßig wird der Gottesdienst am Sonntag in der Epiphaniaskirche zusätzlich zum Orgelspiel musikalisch bereichert. Entweder durch Chorgruppen, Sänger oder Instrumentalsolisten.

OrgelPunkt
sonntags um vier im nordend


Die bisherige Orgel der Epiphaniaskirche ist kein Instrument, auf dem ein größeres, stilistisch breites Repertoire darzustellen ist. Gleichzeitig klingt der Raum der Epiphaniaskirche, gerade auch für Orgelmusik, ganz hervorragend, woher unter anderem auch die Beliebtheit der bisheri­gen Reihe „Orgel zum Frühstück“ rührt. In den kommenden Jahren, bis zu einem Orgel­-Neubau, wollen wir deshalb ein neues Format etablieren, indem immer ein Schlaglicht auf einen bestimm­ten Bereich der großen Orgelliteratur geworfen wird. Das kann ein musikalisches Komponisten­ Porträt, ein bestimmter Stil oder ein bestimmtes Werk sein. Zunächst natürlich nur, was auf der jetzigen Orgel darzustellen ist. Das Ganze soll an ausgewählten Sonntagen stattfinden, für eine gute Stunde.
Orgel­häppchen zur Tea­-Time sozusagen.

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KARTENVORVERKAUF
Karten für Konzerte mit Eintritt sind in der Regel ab einem Monat vor dem Konzert online zu erhalten. Außerdem bei Musikalien Petroll (Oederweg 43). Eine Stunde vor Konzertbeginn öffnet die Abendkasse, an der Restkarten erhältlich sind. Karten für die „FULLMOON_CONCERTS“ sind nur an der Abendkasse erhältlich!