EPIPHANIASMUSIK

Es fällt auf, dass Bach, nachdem er im Mai 1723 seinen „Cantorn Dienste bey der Schule zu St. Thomae“ aufnahm, in mehr als 27 Leipziger Jahren kaum noch für die Orgel komponierte. Vermutlich war das seinem Arbeitspensum als Thomaskantor geschuldet. Die Orgel war und blieb allerdings das Instrument seines Lebens und der Bezugs- sowie Dreh- und Angelpunkt seines gesamten musikalischen Schaffens. In seinen letzten Lebensjahren begann Bach einen Prozess, in dessen Verlauf er sein gesamtes Werk noch einmal neu zu überdenken, zu sichten und zu ordnen begann. So wählte er z.B. aus über 220 Orgelwerken 18 Choralbearbeitungen aus und fasste Sie zu den „Achtzehn Leipziger Chorälen“ zusammen, mit der Absicht, sie gedruckt herauszugeben, wozu es zu seinen Lebzeiten nicht mehr kam. Die Anordnung der 18 Stücke erscheint auf den ersten Blick etwas willkürlich, folgt sie nicht dem Verlauf des Kirchenjahres oder der Liturgie eines Gottesdienstes. Es scheint fast so, als ob sich Bach mit den Stücken noch einmal der Essenz seines Glaubens vergewissert hat. Insofern wären die Leipziger Choräle so etwas, wie das musikalische Testament von Johann Sebastian Bach. Am Ende steht der nicht mehr zu Ende komponierte Choral „Vor deinen Thron tret‘ ich hiermit“…
Michael Riedel spielt die 18 Leipziger Choräle aufgeteilt in zwei Konzerte, zu je einer Stunde. Vor die  Choralbearbeitungen, die „bey währendem Gottes Dienst zum praeambulieren gebraucht werden“, setzt er die zugehörigen Choräle aus bachschen Kantaten.
Die Konzerte finden bei freiem Eintritt, mit Videoprojektion des Organisten und bei temperierter Kirche statt. Herzliche Einladung!
Gründonnerstag, 6. April 2023, 20 UHR
PERGOLESI: STABAT MATER
Concerto Epiphania, Julie Grutzka, Martha Jordan, Michael Riedel
 
Das Stabat mater von Giovanni Battista Pergolesi ist eine Vertonung des gleichnamigen mittelalterlichen Gedichtes für Alt, Sopran, Streicher und Basso continuo. Es ist das bekannteste geistliche Werk des italienischen Komponisten und entstand 1736, wenige Wochen vor seinem Tod. Pergolesi komponierte sein Stabat mater zum Gebrauch in der Liturgie der Karwoche. Eine Neuheit des Werks bestand darin, dass es den damals neu aufkommenden galanten Stil aufnimmt. Dieser, die unmittelbar ergreifende Stimmung des Werkes und der Verzicht auf groß angelegte Chor- und Orchesterbesetzung verhalfen dem Werk damals zu großer Beliebtheit, die gerade im Zeichen der historischen Aufführungspraxis bis heute anhält.
Für unsere Aufführung zum Gründonnerstag dürfen wir uns auf ein Streicherensemble auf historischem Instrumentarium unter der Leitung von Michael Riedel freuen. Die Solopartien übernehmen die wunderbare deutsch-französische Sopranistin Julie Grutzka und endlich dürfen wir uns wieder einmal auf die tolle Martha Jordan als Mezzosopranistin freuen.
Dieses FULLMOON_CONCERT wird durch eine großzügige Förderung von Elisabeth Kempen im Gedenken an Professor Dr. Otto Ernst Kempen ermöglicht.
Herzliche Einladung!

OrgelPunkt
sonntags um vier im nordend


Die bisherige Orgel der Epiphaniaskirche ist kein Instrument, auf dem ein größeres, stilistisch breites Repertoire darzustellen ist. Gleichzeitig klingt der Raum der Epiphaniaskirche, gerade auch für Orgelmusik, ganz hervorragend, woher unter anderem auch die Beliebtheit der bisheri­gen Reihe „Orgel zum Frühstück“ rührt. In den kommenden Jahren, bis zu einem Orgel­-Neubau, wollen wir deshalb ein neues Format etablieren, indem immer ein Schlaglicht auf einen bestimm­ten Bereich der großen Orgelliteratur geworfen wird. Das kann ein musikalisches Komponisten­ Porträt, ein bestimmter Stil oder ein bestimmtes Werk sein. Zunächst natürlich nur, was auf der jetzigen Orgel darzustellen ist. Das Ganze soll an ausgewählten Sonntagen stattfinden, für eine gute Stunde, gespielt von Michael Riedel oder Gastorganisten.
Orgel­häppchen zur Tea­-Time sozusagen.
Kommende Termine:
– Sonntag, 19. März 2023, 16 Uhr, JSB: Die Leipziger Choräle (1. Teil)

Sonntag, 2. April 2023, 16 Uhr, JSB: Die Leipziger Choräle (2. Teil)
– Sonntag, 25. Juni 2023, 16 Uhr: Die Norddeutsche Orgelschule

MUSIK IM GOTTESDIENST
Regelmäßig wird der Gottesdienst am Sonntag in der Epiphaniaskirche zusätzlich zum Orgelspiel musikalisch bereichert. Entweder durch Chorgruppen, Sänger oder Instrumentalsolisten.
Kommende Termine:
– Ostersonntag, 9. April 2023, 10 Uhr: Epiphaniaskantorei Frankfurt,
Marina Fixle (Trompete), Michael Riedel (Orgel und Leitung)
– Sonntag, 7. Mai 2023, 10 Uhr: Ensemble fünfviertel der Frankfurter Bläserschule,
Simon Schumann (Leitung)
– Pfingstsonntag, 28. Mai 2023, 10 Uhr: Musik von Bach u.a. mit Donát Havar (Tenor) und Michael Riedel (Orgel)
– Sonntag, 2. Juli 2023, 10 Uhr: Jochen Rieger „Der barmherzige Samariter“ mit den Schlossmäusen (Kinderchöre der Frankfurter Bürgerstiftung)

JAHRESPROGRAMM 2023
Alle geplanten FULLMOON_CONCERTS, Konzerte mit der EPIPHANIASKANTOREI, KLASSIK FÜR KINDER und OrgelPunkte Konzerte für die Monate März bis Juli 2023 finden Sie, wenn Sie HIER klicken.

UNTERSTÜTZEN
Sie können die Epiphaniasmusik unterstützen in dem Sie in unsere Konzerte kommen. Diese kosten Geld. Viel Geld. In diesem Bereich können Sie uns mit Spenden und/oder mit einer Mitgliedschaft in unserem Freundes- und Förderkreis unterstützen. Wir sind darauf angewiesen und sind für jede Hilfe dankbar. Vergelt´s Gott! Alle Spenden sind steuerlich absetzbar.
IBAN: DE38 5206 0410 0104 0233 82 // BIC: GENODEF1EK1

KARTENVORVERKAUF
Karten für Konzerte mit Eintritt sind in der Regel ab einem Monat vor dem Konzert im Gemeindebüro der Petersgemeinde zu erhalten. Außerdem bei Musikalien Petroll (Oederweg 43). Eine Stunde vor Konzertbeginn öffnet die Abendkasse, an der Restkarten erhältlich sind. Karten für die „FULLMOON_CONCERTS“ sind nur an der Abendkasse erhältlich!